Nordrhein-Westfalen,
Landesinstitut für Schule und Weiterbildung

Mit GUT 2 (inzwischen umbenannt in GUT L) bietet der Autor differenzierte Wortschätze mit den 200, 500, 1000 oder 1200 häufigsten Wörtern an. Die Unterrichtenden können die Wortschätze bearbeiten oder neue anlegen. Eine Rechtschreibdiagnose ermöglicht die Erstellung individueller Karteikarten.

Im bekannten Karteikartensystem übt der Schüler seine individuellen Lernwörter, bis er sie im Langzeitgedächtnis gespeichert hat. Auch ist es möglich, Fehlerstatistiken für die Klasse zu führen und Regellisten zu bearbeiten und anzulegen.

Das Programm stellt eine enorme Arbeitserleichterung für Lehrerinnen und Lehrer dar, die ein Karteikartensystem zum Rechtschreibtraining in ihrem Unterricht einsetzen wollen.

http://www.learn-line.nrw.de


Pädagogische Werkstatt Internet

GUT L - Software zur Erstellung von Karteikarten für das Rechtschreiben

GUT L - rasche Erstellung individueller Übungen

GUT L ist eine Software, mit welcher der Grundwortschatz individuell geübt werden kann. Auf der Basis der Fehlererhebung stellt der Lehrer mit Softwareunterstützung individuelle Übungen her. Bei der Herstellung der Übungen wird der Lehrer von der Software tatkräftig unterstützt, da er nur noch die Nummern der zu übenden Wörter eingeben muss. Nicht alle Schüler müssen dasselbe gleichschrittig lernen, sondern jeder Schüler arbeitet individuell an seinem Fehlerwortschatz bis zur sicheren Beherrschung.

Mit GUT L werden unterschiedliche Wortschätze, auch der bayerische Grundwortschatz, differneziert nach Jahrgangsstufen, geliefert.

Die Trainingsmethode basiert auf der Karteikastenmethode, bei der der Grundwortschatz bis zur sicheren Berrschung trainiert wird. Variantenreiche Übungen und ein Transfer der sicher beherrschten Grundwörter auf einen erweiterten Wortschatz garantieren, dass die Logik beim Rechtschreiberwerb wesentlicher Bestandteil des Lernens ist. Damit wird dem Nachschriftentraining wie im neuen LP für bayerische Grundschulen eine klare Absage erteilt.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass zum einen die Beherrschung der wichtigsten 100 Wörter bereits 50% der Texte abdeckt, und dass mit den 400 häufigsten Grundformen bereits 80% der allgemeinen Texte abgedeckt werden, baut das Programm systematisch differenzierte Übungen für einen immer weiteren Wortschatz auf.

http://www.paedagogische-werkstatt-internet.de/seiten/3_lehrersoftware/gut_l/

Zeitschrift für Computernutzung an Schulen, BUS 36,

Zentralstelle für Computer im Unterricht, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst

Erfahrungsbericht zu GUT L von Reinhard Baugut,
Grundschule Neustadt

Es war vor gut 6 Jahren, als ich vom uneffektiven Einüben des Grundwortschatzes und den leidigen Nachschriften gefrustet, nach wirkungsvolleren Formen des Rechtschreibunterrichts Ausschau hielt. Auf diese Weise gelangte ich als begeisterter Computeranwender an das Programm GUT L. Ich möchte zunächst die Grundlagen dieses Programms vorstellen und im Anschluss daran über meine Erfahrungen berichten. 

Meine Arbeit mit dem Programm

Ich führte zu Beginn des Schuljahres mit meiner 3. Klasse einen Grundwortschatztest durch, der so aussah, dass ich meinen Kindern 25 nicht zu einfache Grundwörter der Jahrgangsstufen 1 und 2 innerhalb eines Lückentextes diktierte. Die Auswertung bestätigte - wie auch schon die Jahre vorher - wieder meine bisherigen Erfahrungen. Circa 30% der zu lernenden Grundwörter werden im Schnitt von den Kindern nicht richtig geschrieben, bedürfen also eines weiteren Trainings. 
Der große Vorteil von GUT L ist nun, dass nicht unnötigerweise alle Kinder alle Wörter nach allen möglichen Gesichtspunkten üben müssen, sondern nur die Wörter, die sie nicht richtig oder nur unsicher schreiben können. ..... 
Auf diese Weise konnte ich nun schon mehrmals in den Jahrgangsstufen 3 und 4 mühelos den jeweiligen Wortschatz durcharbeiten und den Notenschnitt bei leistungsmäßig etwa gleichen Klassen von 3,5 ( + / - 0,2) auf 2,7 ( + / - 0,2) anheben. Dabei sind nicht einmal die "Extremfälle" erfasst, bei denen Fortschritte von zunächst 30 und mehr Fehlern auf 15-20 verzeichnet werden konnten. 
Besonders hervorheben möchte ich die Möglichkeit von GUT L zur Differenzierung und Individualisierung. Mir ist kein anderes Verfahren bekannt, bei den ich ohne erheblich zeitintensiven Mehraufwand jedem Schüler die für ihn individuellen Hilfen anbieten kann.

Trainingsinhalte 

Inhaltlich trainiert GUT L die Grundlagen der Rechtschreibung. Sprachstatistische Untersuchungen zeigen, dass ein Grundschüler mit den 100 häufigsten Wörtern bereits über 50% seiner Texte abdecken kann, mit den 400 häufigsten Grundformen schon über 80%. Durch das Lernen der wichtigsten Wörter werden die Fehlerzahlen also schnell reduziert. Aufbauend auf dem Beherrschen des Grundwortschatzes erfolgt ein Transfer der sicher gelernten Wortstämme auf einen erweiterten Wortschatz. 
Das Programm enthält differenzierte Wortschätze mit den 200, 500 oder 1000 häufigsten Wörtern, auch der bayerische Grundwortschatz wird angeboten.

Trainingsmethoden

Methodisch basiert GUT L auf einer Wiederholung des Grundwortschatzes bis zur sicheren Speicherung im Langzeitgedächtnis. Es wird aber nicht an einer großen Wortliste geübt, sondern jeder Schüler lernt die Wörter, die er individuell nicht beherrscht. 
Das Ermitteln der individuell nicht beherrschten Wörter erfolgt durch Diktatlisten. Diese sind vom Programm bereits vorgegeben, können aber vom Anwender auch jederzeit angepasst bzw. neu erstellt werden. Mit den Diktatlisten wird getestet, welche Wörter des erstellten Grundwortschatzes noch gelernt werden müssen. Der Lehrer diktiert jeweils den ganzen Satz und wiederholt dann das spezifische Wort. 
Zu den individuell nicht beherrschten Wörtern werden mit GUT L Karteikärtchen gedruckt. Hierzu muss der Lehrer lediglich die Wortnummer eingeben, die vor den jeweiligen Satz steht. Die Kästchen enthalten den Namen des Schülers, das Datum, das zuvor falsch geschriebene Wort und einen zugehörigen Satz. Je nach Fehlerart lassen sich spezielle Hilfen hinzufügen. 
Nun erfolgt die Hauptsache, nämlich das Lernen mit den Kärtchen. Die Schüler erhalten ihre Lernkärtchen, schreiben die Wörter in ein separates Heft und bearbeiten die aufgedruckten Hilfen. Dann stecken sie die neuen Lernkärtchen ins erste der fünf Fächer ihres Karteikastens (Format A 8). 
Die Kärtchen wandern bei richtiger Schreibung jeweils ein Fach weiter, bist zum fünften. Werden sie auch im fünften Fach richtig geschrieben, so können sie aus der Kartei genommen werden. Sie wurden fünfmal in folge und in sich verlängernden Zeitabständen richtig geschrieben. Wird der Inhalt eines Kärtchens irgendwann falsch geschrieben, so wandert das Kärtchen zurück ins erste Fach. Der Lernprozess beginnt von vorne. 
Nun würde es keinen Sinn machen, die Wörter an einem Tag fünfmal zu schreiben. Um eine Speicherung im Langzeitgedächtnis zu erreichen, müssen sich verlängernde Intervalle eingehalten werden. Gute Erfahrungen wurden mit den im Karteikasten angegebenen Zeitabständen gemacht. Er kann sich natürlich nur um Richtwerte handeln, in der Praxis werden sich zwangsläufig Verschiebungen ergeben.