
Nordrhein-Westfalen:
Landesinstitut für Schule und Weiterbildung
Mit GUT 2 (inzwischen umbenannt in GUT L) bietet der Autor
differenzierte Wortschätze mit den 200, 500, 1000 oder 1200 häufigsten
Wörtern an. Die Unterrichtenden können die Wortschätze
bearbeiten oder neue anlegen. Eine Rechtschreibdiagnose ermöglicht
die Erstellung individueller Karteikarten.
Im bekannten Karteikartensystem übt der Schüler
seine individuellen Lernwörter, bis er sie im Langzeitgedächtnis
gespeichert hat. Auch ist es möglich, Fehlerstatistiken für
die Klasse zu führen und Regellisten zu bearbeiten und anzulegen.
Das Programm stellt eine enorme Arbeitserleichterung für
Lehrerinnen und Lehrer dar, die ein Karteikartensystem zum Rechtschreibtraining
in ihrem Unterricht einsetzen wollen.
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/neuemedien/medio/softuebl/grundschule/ggs04.htm
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Zeitschrift
für Computernutzung an Schulen, BUS 36,
Zentralstelle
für Computer im Unterricht, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht,
Kultus, Wissenschaft und Kunst
Erfahrungsbericht zu
GUT L von Reinhard Baugut,
Grundschule Neustadt |
Es war vor gut 6 Jahren, als
ich vom uneffektiven Einüben des Grundwortschatzes und den leidigen
Nachschriften gefrustet, nach wirkungsvolleren Formen des Rechtschreibunterrichts
Ausschau hielt. Auf diese Weise gelangte ich als begeisterter Computeranwender
an das Programm GUT L. Ich möchte zunächst die Grundlagen dieses
Programms vorstellen und im Anschluss daran über meine Erfahrungen
berichten.
Meine Arbeit mit dem Programm
Ich führte zu Beginn des Schuljahres
mit meiner 3. Klasse einen Grundwortschatztest durch, der so aussah,
dass ich meinen Kindern 25 nicht zu einfache Grundwörter der Jahrgangsstufen
1 und 2 innerhalb eines Lückentextes diktierte. Die Auswertung bestätigte
- wie auch schon die Jahre vorher - wieder meine bisherigen Erfahrungen.
Circa 30% der zu lernenden Grundwörter werden im Schnitt von den
Kindern nicht richtig geschrieben, bedürfen also eines weiteren Trainings.
Der große Vorteil von GUT L ist nun, dass nicht unnötigerweise alle Kinder
alle Wörter nach allen möglichen Gesichtspunkten üben müssen, sondern nur die
Wörter, die sie nicht richtig oder nur unsicher schreiben können. .....
Auf diese Weise konnte ich nun schon mehrmals in den Jahrgangsstufen 3 und
4 mühelos den jeweiligen Wortschatz durcharbeiten und den Notenschnitt bei
leistungsmäßig etwa gleichen Klassen von 3,5 ( + / - 0,2) auf 2,7 ( + / - 0,2)
anheben. Dabei sind nicht einmal die "Extremfälle" erfasst, bei denen
Fortschritte von zunächst 30 und mehr Fehlern auf 15-20 verzeichnet werden
konnten.
Besonders hervorheben möchte ich die Möglichkeit von GUT L zur Differenzierung
und Individualisierung. Mir ist kein anderes Verfahren bekannt, bei den ich
ohne erheblich zeitintensiven Mehraufwand jedem Schüler die für ihn individuellen
Hilfen anbieten kann.
Trainingsinhalte
Inhaltlich trainiert GUT L
die Grundlagen der Rechtschreibung. Sprachstatistische Untersuchungen
zeigen, dass ein Grundschüler mit den 100 häufigsten Wörtern bereits über
50% seiner Texte abdecken kann, mit den 400 häufigsten Grundformen
schon über 80%. Durch das Lernen der wichtigsten Wörter werden die
Fehlerzahlen also schnell reduziert. Aufbauend auf dem Beherrschen
des Grundwortschatzes erfolgt ein Transfer der sicher gelernten Wortstämme
auf einen erweiterten Wortschatz.
Das Programm enthält differenzierte Wortschätze mit den 200, 500 oder 1000
häufigsten Wörtern, auch der bayerische Grundwortschatz wird angeboten.
Trainingsmethoden
Methodisch basiert GUT L auf
einer Wiederholung des Grundwortschatzes bis zur sicheren Speicherung
im Langzeitgedächtnis. Es wird aber nicht an einer großen Wortliste
geübt, sondern jeder Schüler lernt die Wörter, die er individuell
nicht beherrscht.
Das Ermitteln der individuell nicht beherrschten Wörter erfolgt durch Diktatlisten.
Diese sind vom Programm bereits vorgegeben, können aber vom Anwender auch jederzeit
angepasst bzw. neu erstellt werden. Mit den Diktatlisten wird getestet, welche
Wörter des erstellten Grundwortschatzes noch gelernt werden müssen. Der Lehrer
diktiert jeweils den ganzen Satz und wiederholt dann das spezifische Wort.
Zu den individuell nicht beherrschten Wörtern werden mit GUT L Karteikärtchen
gedruckt. Hierzu muss der Lehrer lediglich die Wortnummer eingeben, die vor
den jeweiligen Satz steht. Die Kästchen enthalten den Namen des Schülers, das
Datum, das zuvor falsch geschriebene Wort und einen zugehörigen Satz. Je nach
Fehlerart lassen sich spezielle Hilfen hinzufügen.
Nun erfolgt die Hauptsache, nämlich das Lernen mit den Kärtchen. Die Schüler
erhalten ihre Lernkärtchen, schreiben die Wörter in ein separates Heft und
bearbeiten die aufgedruckten Hilfen. Dann stecken sie die neuen Lernkärtchen
ins erste der fünf Fächer ihres Karteikastens (Format A 8).
Die Kärtchen wandern bei richtiger Schreibung jeweils ein Fach weiter, bist
zum fünften. Werden sie auch im fünften Fach richtig geschrieben, so können
sie aus der Kartei genommen werden. Sie wurden fünfmal in folge und in sich
verlängernden Zeitabständen richtig geschrieben. Wird der Inhalt eines Kärtchens
irgendwann falsch geschrieben, so wandert das Kärtchen zurück ins erste Fach.
Der Lernprozess beginnt von vorne.
Nun würde es keinen Sinn machen, die Wörter an einem Tag fünfmal zu schreiben.
Um eine Speicherung im Langzeitgedächtnis zu erreichen, müssen sich verlängernde
Intervalle eingehalten werden. Gute Erfahrungen wurden mit den im Karteikasten
angegebenen Zeitabständen gemacht. Er kann sich natürlich nur um Richtwerte
handeln, in der Praxis werden sich zwangsläufig Verschiebungen ergeben.
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