Der Zusammenhang zwischen Häufigkeit
und Fehlerträchtigkeit
 

Die Fehlerträchtigkeit ist abhängig von der Worthäufigkeit. Je häufiger ein Wort auftritt, desto eher wird es richtig geschrieben, je seltener es auftritt, desto eher wird es falsch geschrieben.
Die Grafik veranschaulicht den Zusammenhang für vier Häufigkeitsstufen.

Bei sehr häufigen Wörtern tritt durchschnittlich bei jedem 16.8ten Wort ein Fehler auf, bei häufigen bei jedem 11., bei mittlerer Häufigkeit bei jedes 7.3ten und bei geringer Häufigkeit bei jedem 5.9ten. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Häufigkeit und Fehlerträchtigkeit.

Die degressive Struktur des Wortschatzgebrauchs gilt somit auch für die Fehlerträchtigkeit; die Fehlerträchtigkeit erweist sich als Funktion der Häufigkeit.

Fehlerträchtigkeit = f
(Häufigkeit des Auftretens)

 

Aber auch diese Aussage kann ohne eine Zusatzuntersuchung nicht als gesichert betrachtet werden. Die Wörter des untersuchten Wortschatzes sind unterschiedlich lang, und in der Linguistik ist der Zusammenhang zwischen der Häufigkeit und der Länge von Wörtern bekannt (Zipf). Je häufiger ein Wort auftritt, desto kürzer ist es (oder wird es im Laufe der Zeit). Der Wortschatzgebrauch ökonomisiert sich.

Dieser Zusammenhang zwischen Länge und Häufigkeit konnte für die Wörter der vorliegenden Untersuchung nachvollzogen werden.

Die Häufigkeit des Auftretens ist natürlich nicht der einzige Faktor für Falschschreibungen. Beim Erstellen unseres Fehlerlexikons von 37.000 Fehler traten viele mögliche Fehlerquellen hervor. Für die Methodik des Übens ist dieser Zusammenhang jedoch sehr interessant.

 

Rechtschreibfehler
# = sehr häufig
* = häufig
o = mittlere Häufigkeit
- = geringe Häufigkeit